Kluger Schachzug

Arburg

AM Factory: Turnkey-Anlage mit IT-vernetztem freeformer

Das Herzstück der „AM Factory“ ist ein freeformer 300-3X, der Vakuumgreifer funktional individualisiert. Quelle: Arburg

Einzigartig: Die „AM Factory“ feierte im Frühjahr auf den Technologie-Tagen Premiere und war ein Highlight auf der Hannover Messe 2019. Das Herzstück ist ein freeformer 300-3X, der Vakuumgreifer funktional individualisiert. Mit dieser Turnkey-Anlage ist ARBURG ein kluger Schachzug gelungen, denn sie vereint die Kompetenzen in den Bereichen Additive Manufacturing (AM), Digitalisierung und Turnkey.

Mit der „AM Factory“ hat ARBURG anschaulich aufgezeigt, wie ein IT-vernetzter freeformer Mehrwert schafft, indem er Serienprodukte individualisiert – vollautomatisiert, nach Kundenwunsch und zu 100 Prozent rückverfolgbar. Dies ist bislang einzigartig in der Welt des Additive Manufacturing. Die Funktionsweise: Im erstem Schritt wird am Terminal ausgewählt, welche Schachfigur mit dem Greifer umgesetzt werden soll. Damit wird der Auftrag gestartet.

In der „AM Factory“ wird durch Umsetzen der jeweiligen Schachfigur die Funktionalität der individualisierten Greiferplatten getestet. Quelle: Arburg

Vollautomatisierte additive Fertigung

Der Sechs-Achs-Roboter führt eine Grundplatte aus Aluminium der ersten Station zu, wo ein Data-Matrix-Code (DMC) per Laser aufgebracht wird. Dann wird das Einlegeteil auf einem Werkstückträger platziert und einer Plasmabehandlung zugeführt. Vor dem Einlegen in den Bauraum des freeformers 300-3X wird es gescannt, um die Daten des 3D-Druck-Auftrags zu übergeben. Dementsprechend bringt der freeformer auf der Greiferplatte die funktionale 3D-Kontur aus elastischem TPU additiv auf: Für Dame, König, Läufer, Springer, Turm oder Bauer jeweils die passende Geometrie. Durch erneutes Scannen nach Bauteilentnahme erhält der Roboter die Information, mit welcher Schachfigur er die Greiferplatte prüfen soll. Diese führt er dann in der Fertigungszelle einer taktilen Funktionsprüfung zu: Die gewünschte Spielfigur wird mit Vakuum angesaugt und auf dem Schachbrett umgesetzt. Das geht nur, wenn die TPU-Kontur exakt zur Spielfigur passt.

Die Produktions- und Qualitätsdaten jeder Platte sind zu 100 Prozent rückverfolgbar. Quelle: Arburg

ATCM führt Daten zusammen

Das Scada-System ARBURG Turnkey Control Module (ATCM) erfasst dabei die teilespezifischen Prozessparameter und das Prüfergebnis und führt die Daten zusammen. Über ihren DMC ist jede Greiferplatte zu 100 Prozent rückverfolgbar. Auf einer individuellen Website werden Fertigungsdaten wie Bauzeit, Material, Druckverlauf und Bauraum­temperatur dargestellt.

Das Video zur AM Factory finden sie hier.

Dieser Artikel wurde im Arburg Magazin today in Ausgabe 70 auf Seite 17 veröffentlicht.